Wer darf Dichtheitsprüfung durchführen?

Kanalsysteme müssen dicht sein, damit kein Abwasser ungehindert austreten kann. Allerdings weisen vor allem ältere Kanalsysteme mit der Zeit Mikrorisse auf, durch die Abwasser entweichen kann. Aus diesem Grund ist eine Dichtheitsprüfung für Abfluss- und Kanalsysteme notwendig und vorgeschrieben.

Was ist eine Dichtheitsprüfung? 

Bei einer Dichtheitsprüfung wird ein Kanalsystem genau auf Beschädigungen untersucht. Hier spielen auch kleinste Risse eine grosse Rolle. Die Dichtheitsprüfung erfolgt in der Regel mit Wasser oder mit Luft. Sie wird von professionellen Fachbetrieben wie der Ersotech AG durchgeführt. 

Wie läuft eine Dichtheitsprüfung ab?

Bei einer derartigen Untersuchung werden Kanalsysteme luftdicht verschlossen. Danach wird Wasser oder Luft in das Abflusssystem gepumpt. Verwendet man Luft, dann wird der Luftdruck im Rohrsystem gemessen. Verringert sich dieser Druck, lässt dies auf undichte Stellen im Kanalsystem schliessen.  

Verwendet man für die Dichtheitsprüfung Wasser, dann wird das Kanalsystem zuvor mit einem Ballon verschlossen. Läuft Wasser aus dem Abflusssystem aus, dann weist dies ebenfalls auf Risse oder sonstige undichte Stellen hin. Beide Verfahren werden in der Schweiz behördlich anerkannt. Sie zählen zu den effizientesten Methoden, um Kanalsysteme auf Dichtheit zu überprüfen.  

Um die Schadstellen genau zu lokalisieren, verwendet man das Kanal-TV. Dabei führt man eine Kanalkamera in das Rohrsystem ein. Sie liefert Bilder von den undichten Stellen. Nach der Lokalisation können die schadhaften Stellen mit entsprechenden Methoden saniert werden. 

Warum dürfen Dichtheitsprüfungen nur fachmännisch durchgeführt werden?

Dichtheitsprüfungen sind in der Schweiz gesetzlich vorgeschrieben. Um undichte Stellen zu entdecken, bedarf es professioneller Hilfsmittel. Ausserdem ist dafür Know-how notwendig. Professionelle Kanalreinigungsunternehmen wie die Ersotech AG verfügen über das notwendige technische Equipment und die Fachkenntnis.  

Die Dichtheitsprüfung richtet sich nach bestimmten gesetzlichen Normen und Vorgaben. Zu den wichtigsten zählen: 

  • VSA-Richtlinien für Luft und Wasser 
  • SIA-Norm 190 
  • EN 1610

Darüber hinaus sind für eine fachmännische Dichtheitsprüfung in Kanalsystemen andere gesetzliche Vorschriften zu beachten. Sie sind im Gewässerschutzgesetz (GSchG) und der Gewässerschutzverordnung (GSchV) festgelegt.

Wann muss ein Kanal auf Dichtheit geprüft werden?

Die Termine für eine Dichtheitsprüfung sind ebenfalls gesetzlich geregelt. Darüber hinaus sind solche Prüftermine bei behördlichen Auflagen sowie bei Neubauten erforderlich. Für Neubauten gilt zudem die Entwässerungsnorm SN 592 000, die die Dichtheitsprüfung für Grundleitungen vorschreibt.  

Behörden können in manchen Fällen auch bei Umbauten oder Sanierungsmassnahmen eine Dichtheitsprüfung anordnen. Das gilt auch für Abflusssysteme im Rahmen der Grundstücksentwässerung.  

Eine regelmässige Prüfung des Abflusssystems auf Dichtheit ist dort zu empfehlen, wo austretendes Abwasser besonderen Schaden verursachen kann. Das ist beispielsweise in Gewässerschutzzonen der Fall. Auch bei Neubauten ist eine Dichtheitsprüfung sinnvoll, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

Wie werden Dichtheitsprüfungen protokolliert?

Jeder Fachbetrieb, der eine Dichtheitsprüfung vornimmt, muss die Ergebnisse in einem Protokoll schriftlich festhalten. Darin werden vor allem die folgenden Informationen vermerkt: 

  • Bezeichnung des Prüfobjekts 
  • Art der Prüfung und das Datum 
  • Prüfdruck und Prüfdauer 
  • Prüfkriterien 
  • Prüfergebnis 
  • Name der Prüfperson

Das Prüfprotokoll muss im Anschluss von der Prüfperson und einer weiteren Aufsichtsperson unterzeichnet werden. Bei der Prüfperson muss es sich um einen Prüftechniker handeln.

Warum ist eine Dichtheitsprüfung so wichtig?

Dichtheitsprüfungen verhindern, dass Abwasser aus dem Abflusssystem entweichen kann. Ist das der Fall, kann es zur Verunreinigung des Grundwassers kommen. Das kann mitunter verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Denn im Abwasser finden sich zahlreiche gefährliche Bakterien und Keime.

Ausserdem führen undichte Abflusssysteme zu Schäden an Gebäuden oder Strassen. In manchen Fällen können dadurch sogar ganze Strassenteile absacken. Eine regelmässig durchgeführte Dichtheitsprüfung beugt diesen Schäden vor.

Was geschieht bei undichten Kanal- und Abflusssystemen?

Wird bei der Prüfung festgestellt, dass ein Kanal undicht ist, dann müssen entsprechende Sanierungsmassnahmen umgesetzt werden. Risse werden abgedichtet, was meist mit Kunstharz erfolgt. Bei Betonrohren verschliesst man die undichten Stellen mit Beton.  

Erweisen sich ganze Rohrabschnitte als undicht und brüchig, dann müssen sie ebenfalls saniert werden. Für die Kanalsanierung stehen moderne technische Verfahren zur Verfügung. Sie machen in der Regel keine umfangreichen Grabungsarbeiten notwendig.  

Zu den häufigsten technischen Verfahren zählen die Schlauchliner-Verfahren. Dabei handelt es sich um die Inlinersanierung sowie die partielle Sanierung mit dem Kurzliner. Beide Methoden ähneln sich in gewisser Weise. Allerdings wird die Inlinersanierung hauptsächlich für die Behebung von Schäden an langen Rohrabschnitten verwendet. Die Kurzlinersanierung behebt ihrerseits sporadisch aufgetretene Schäden an Rohrwandungen.  

Eine weitere Methode, um Schäden im Abflusssystem zu beheben, ist die Reparatur mit der Edelstahlmanschette. Dabei transportiert ein Roboter die Manschette zur Schadstelle. Diese Methode wird auch als Quick-Lock bezeichnet.

Was wird bei einer Dichtheitsprüfung untersucht? 

Eine Dichtheitsprüfung beschränkt sich nicht nur auf die Überprüfung von Rohrsystemen. Darüber hinaus müssen auch Kanalschächte, Becken und Behälter geprüft werden. Kanalschächte können ebenfalls Sprünge und Risse aufweisen. Diese werden oft durch Erdbewegungen oder durch den Strassenverkehr hervorgerufen.  

Die Überprüfung von Kanalschächten erfolgt mit geeigneten Messinstrumenten. Es ist jedoch auch eine Befüllung der Schächte mit Wasser möglich, um Schäden zu entdecken. Die gewonnenen Daten werden ebenfalls genau protokolliert und den Behörden vorgelegt.  

Die Kanalschächte unterbrechen Abwasserleitungen und dienen hauptsächlich Wartungsarbeiten. Manchmal werden Kanalschächte deshalb von Fachleuten begangen, um nach Schäden zu suchen. Bei einer Besichtigung der Kanalschächte sind aber nur gröbere Schäden erkennbar. Deshalb werden Kanalschächte mit dem Wasserüberdruckverfahren genau untersucht. Dadurch werden auch kleinste Risse erkannt. Diese Methode ist sogar zwingend vorgeschrieben, wenn bei der Besichtigung keine Schäden entdeckt werden.  

Im Rahmen einer Dichtheitsprüfung wird auch eine Kanalinspektion durchgeführt. Dies kann mit der Kanalkamera geschehen. Vor allem Rohrverbindungen stellen im Kanal neuralgische Stellen dar. Kommt es zu Muffenverschiebungen, dann kann Undichtheit die Folge sein. Beschädigte Muffen werden daher ausgetauscht und undichte Rohrverbindungen verschlossen.

Wie viel kostet eine Dichtheitsprüfung?

Die Kosten für eine genaue Überprüfung des Kanal- und Abflusssystems hängen vor allem von seinem Umfang ab. Die Kosten für die Überprüfung sind im Vergleich zu den Kosten durch Folgeschäden oder umfangreiche Sanierungsarbeiten relativ gering. In der Regel kostet eine Dichtigkeitsprüfung rund 150 Franken.

Wo werden Dichtheitsprüfungen durchgeführt?

Eine Dichtheitsprüfung erfolgt bei verschiedenen Gelegenheiten. Zu den wichtigsten zählen vor allem: 

  • bei Neubauten 
  • nach umfangreichen Umbauten im Kanalsystem 
  • bei periodischen Prüfungen in Gewässerschutzgebieten 
  • bei Bauabnahmen 
  • bei Verdacht auf Undichtheit 
  • bei Hauskanalanschlüssen

Eine Dichtheitsprüfung ist in jedem Fall eine sinnvolle und gesetzlich notwendige Investition für Immobilienbesitzer. Um Kanalsysteme und Entwässerungssysteme in Schuss zu halten, ist eine regelmässige Prüfung sinnvoll. Die Ersotech AG steht Ihnen dafür zur Verfügung. Wenden Sie sich am besten gleich über das Kontaktformular an uns. Wir sind ebenso telefonisch und per E-Mail erreichbar.

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